Als erster Schritt müssen wir die Vermessung des Grundstückes beim zuständigen Vermessungsamt in Kulmbach beantragen. Man sagte uns, dies kann allerdings bis zu 12 Wochen dauern. Spitze :(
Parallel dazu haben wir mit der Grundstückseigentümerin, Frau Schary, die Einzelheiten des Kaufvertrages und desen Abwicklung geklärt. Jetzt muss der Kaufvertragsentwurf vom Notar aufgesetzt und an uns zur Prüfung übersandt werden. Änderungen werden aufgenommen und/oder ergänzt. Doch erst wenn das Grundstück vermessen ist, kann der Termin beim Notar zum Grundstückserwerb stattfinden.
Derweilen bereitet unser Architekt den Bauantrag vor. Dieser besteht aus 3 Bauantragsmappen und beinhaltet die komplette Baubeschreibung, alle Grundrisspläne sowie Ansichten, Wohnflächenberechnung, den umbauten Raum und wie in unserem Fall drei Befreiung vom aktuellen Bebauungsplan. Anschließend kommt unser Bauantrag in die nächste Runde des sitzenden Gemeinderates, wird besprochen und hoffentlich genehmigt. Im Anschluss wird unser Antrag vom Landratsamt und deren technischer Prüfung genau unter die Lupe genommen. Nach eingehender Prüfung bekommen wir die schriftliche Genehmigung.
Die Bauarbeiten besprechen wir nun mit unserer ausführenden Baufirma - Fießmann Bau aus Schindelwald. Es muss alles detailliert besprochen werden, wie und was durchgeführt werden kann/soll oder muss. Im gleichen Zuge wird unser staatlich anerkannter Energieberater, Herr Kühhorn, eine genaue Energiebedarfsrechnung durchführen. Doch dafür benötigt er bereits einige Details, wie z. B. die Art des Mauerwerkes, die Stärke der Aufdachdämmung, das geplante Heizsystem und die Werte der Fenster, um ein passgenaues Energiekonzept erstellen zu können. Wir wollen so gut es geht uns an die EnEV 2007 (Energie-Einsparverordnung) orientieren, um sinnvoll Energiekosten einzusparen.
Welches Heizsystem? - das ist jetzt die Frage! Heizöl? - Billige Anschaffung, aber die Literpreise zu teuer und zu abhängig! Holz? - Wenn man selber schlägt und spaltet- verhältnismäßig günstig. Doch was macht man wenn man gesundheitlich ausfällt? Ofenfertiges Holz bekommt man auch nicht geschenkt. Pellets? Preisgünstiger, doch man benötigt einen großen Lagerraum. Wärmepumpe? Das ist es! Warum soll man die Energie aus dem Boden nicht sinnvoll nutzen?
Wir haben uns einige Angebote von Firmen machen lassen. Bei der Gemeinhardt AG haben wir uns am Besten aufgehoben gefühlt. Herr Sesselmann hat sich auf jedes einzelne Gespräch sorgfälltig vorbereitet und ist auf unsere persönlichen Bedürfnisse jederzeit eingegangen. Tipps und Tricks hat er natürlich auch auf Lager!
Doch alles funktioniert nicht ohne reichlich Geld. Der noch fehlende Betrag für unser Häuschen muss von einer Bank finanziert und die zuerwartenden Kosten von Anfang an genau kalkuliert werden. Zum Glück gab es bei uns keinerlei Schwierigkeiten!
Arbeiten wie Baunebenkostenabrechnung, Prüfen von eingehenden Rechnungen, Organisieren von Strom, Kanal und Wasser sowie die korrekte Abwicklung mit der finanzierenden Bank müssen von nun an nebenbei wie am Schnürrchen laufen.
Endlich ist es soweit! Seit Oktober sind wir stolze Besitzer eines 1.466 qm!!!!!! großen, sonnigen Grundstück - An der Hohenreuth 8. Wie wir im Nachhinein erfahren haben, war dieses Plätzchen auch schon in der Vergangenheit sehr begehrt. Hat es auf uns gewartet? - wer weiß!
Am Samstag, 24. Oktober 2009 um 8 Uhr in der Früh starteten die Abholzarbeiten auf unseren Gelände. Eine ganze Reihe unendlich hoher - ca. 20 bis 25 m - Birken und starker Buchen muss vorab gefällt werden, damit sie uns nicht auf unser neues Häusle fallen können.
Wir haben uns kurzfristig für ein Effizienzhaus 70 nach der neuen EnEV 2009 (30 % schärfer) umentschieden. Zwar sind die Baukosten deutlich höher als geplant, doch dafür sparen wir viel Energie und dadurch auf langer Sicht bares Geld. Doch so einfach ist das gar nicht. Die bereits berechneten Energieverbrauchswerte verändern sich und müssen explizit angepasst werden. Diese wiederrum berufen sich auf das noch strengere ausgewählte Baumaterial. Im Klartext brauchen wir: Hochdämmende Ziegelsteine mit dazugehörigen Mörtel, qualitativ dicke Aufdachdämmung, top-isolierte Fenster und Rollläden, modernste Haustechnik ... und einen dicken Gelbbeutel :)
KW 45: E.ON Bayern hat den Baustromkasten gesetzt. Hurra, hurra, der Saft ist da! Eine gute Nachricht: unser Bauantrag wurde trotz der vielen Abweichungen aus dem uralten Bebauungsplan ohne Probleme genehmigt.
Now: The Show must go on!
Da waren noch die Bäume auf unserem Grundstück, der winzige Baustromkasten fällt kaum auf ;)
Bald steht da ein Haus!
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